Witzig - kaum schreibe ich einen Beitrag zum Thema "Lernstufen", da stolpere ich über den Blog von Steve McIntosh, Autor von "Integral Consciousness", der von seinem Zusammentreffen mit einem Anhänger der Gewaltfreien Kommunikation berichtet.
Blog of Steve McIntosh, author of Integral Consciousness: The First Leg of My Book Tour. Er schreibt,
"At one New Age bookstore talk I received a comment that the philosophical idea of “the good” did not comport with the principles of “non-violent communication.” The questioner even quoted Rumi as inviting us to “meet in a place beyond good and evil.” My polite response was that the integral philosophy of evolution is chiefly concerned with the improvement of the human condition, and that it effectively transcends the “black and white” conceptions of good and evil characteristic of the traditional level. Nevertheless, I emphasized that the idea of “the good” is a very important concept that we need to hold onto, even as we recognize this value’s dialectical metamorphosis through the growth of the spiral of development."
[Übersetzung Markus: "Während eines Gesprächs in einem New-Age-Buchladen meinte jemand, dass sich die philosophische Idee des "Guten" nicht mit den Prinzipien der Gewaltfreien Kommunikation" vertrage. Der/die Fragende hat auch noch Rumi zitiert, der uns einlade "sich an dem Ort jenseits von Gut und Böse zu treffen". Meine höfliche Antwort war, dass die integrale Philosophie der Evolution ernsthaft an der Verbesserung der menschlichen Bedingungen interessiert ist, und dass sie tatsächlich die "schwarz-weiß"-Konzepte von Gut und Böse transzendiert, die traditionelle Ebenen auszeichnen. Ich betonte, dass die Idee des "Guten" dennoch ein sehr wichtiges Konzept ist, dass wir festhalten sollten, auch wenn wir erkennen, wie sich die Werte dialektisch wandeln während des Wachstums auf der Entwicklungsspirale."]
Dazu ließe sich Vieles sagen, hier nur Folgendes: Die Gewaltfreie Kommunikation ist nicht, noch einmal, nicht wert- oder bewertungsfrei! Um unsere Bedürfnisse als erfüllt / unerfüllt zu bemerken müssen wir die Realität a) wahrnehmen und b) ein Urteil fällen, d.h. die Realität bewerten (ob sie unsere Bedürfnisse erfüllt / oder eben nicht).
D.h. selbst innerhalb der Methodik der Gewaltfreien Kommunikation ist eine Wertungsebene gegeben - und sie geht damit von dem Prinzip des "Guten" (gut für meine Bedürfnisse) aus, bleibt da aber nicht stehen, sondern geht darüber hinaus. Auch Marshall Rosenberg betont dies immer wieder (das letzte Mal, als ihn jemand gefragt hat, "ob man denn in der GFK weiter bewerte", meinte er nur lapidar "Das hoffe ich doch schwer - wie willst du sonst wissen, ob deine Bedürfnisse erfüllt sind oder nicht?").
Darüber hinaus vertritt natürlich auch die Gewaltfreie Kommunikation an sich, als Gesamtkonzept, ein sehr deutliches Werturteil. Sie trifft unterscheidende (wertende) Aussagen darüber, welche Kommunikation "lebensdienlich", "gewaltfrei", "verbindend" etc. ist.
Ich finde die Gewaltfreie Kommunikation gut und ich kann dies dann mit meinen (damit erfüllten) Bedürfnissen begründen - was nichts daran ändert, dass ich auch damit eine Bewertung treffe. Wenn ich dies vermeiden wollte, würde ich zum Einen in heillose argumentative Schwierigkeiten kommen und, was schlimmer ist, einem geist- und sinnentleertem Relativismus frönen, der in letzter Konsequenz nichts gut oder schlecht findet und richtungslos im Wertevakuum umherirrt.
Ich denke die Schwierigkeit liegt für viele "Neulinge" darin, dass die Gewaltfreie Kommunikation Werte transformiert, d.h. sie schließt Wertedenken ein (!) und geht darüber hinaus. Wir verstehen Werte und Bewertungen als natürlichen und wichtigen Ausdruck des Lebens - und daher schätzen wir das "Wolfsdenken" (bewertendes Denken) und nutzen sie als Material und Ausgangspunkt für das menschliche Wachstum auf der endlosen Spirale des Mitgefühls und der Bewußtheit.
Aus Sicht einer integralen Entwicklungsperspektive ist die Gewaltfreie Kommunikation Ausdruck egalitärer, weltzentrischer, alle Menschen umfassenden Werte. "Alle Menschen haben die gleichen Bedürfnisse" und "Wir suchen Wege, die die Bedürfnisse aller Menschen wertschätzen" sind nur zwei Varianten dieser weltzentrischen Aussagen.
Manche übersehen dabei jedoch, dass Menschen einen inneren Entwicklungsweg hinter sich haben - von egozentrisch (Ich bin wichtig), über soziozentrisch (meine Gruppe/Familie/Stamm/Land/Religion ist wichtig) -, bevor sie weltzentrische Werte aus sich heraus anerkennen und leben (!) möchten. Manche Erwachsene bleiben auch auf einer eher ego- oder soziozentrischen Ebene stehen, was völlig in Ordnung ist (jeder hat das Recht, auf der Ebene zu sein, wo er/sie ist) - solange er/sie diese Weltsicht nicht mit Gewalt anderen Menschen aufzwingen möchte...
Ich freue mich über Kommentare und Fragen - gerne auch gleich hier im Blog
© Markus Sikor
5.1.08
Integral trifft Gewaltfrei...
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Markus Sikor
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5.1.08
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4.1.08
Lernstufen in der Gewaltfreien Kommunikation
Die Betonung der Gleichheit aller Menschen auf der Ebene der Bedürfnisse (die ich teile), wird also so wohltuend und berührend erfahren, dass der Blick auf die Unterschiedlichkeit der Menschen als eine (zu) schmerzhafte "Trennung" erlebt und lieber vermieden wird.
Auf Verhaltensebene sind wir unterschiedlich und manchmal sogar einzigartig. Hier kommt die Individualität jedes einzelnen ans Licht der Welt. Ein kompetenter Mediziner kann Leben retten - aber kein Auto reparieren.
Die psychologische Forschung zeigt, dass alle menschlichen Entwicklungslinien (Kognition, Moral, Selbstwahrnehmung, Bedürfnisse etc.) ähnliche Wachstumsstrukturen aufweisen.
So verläuft bspw. die moralische Entwicklung des Menschen von "Ich" (egozentrisch, Kleinkinder), über "Wir" (ethno- oder soziozentrisch, Jugendliche / Erwachsene) zu "Wir alle" (weltzentrisch, manche Erwachsene).
Jean Piagets Entwicklungsstufen
Kohlbergs Stufen der moralischen Entwicklung
Carol Gilligans Stufen der moralischen Entwicklung
Robert Keagans Stufen der Selbstentwicklung (engl.)
Wertestufen nach Clare W. Graves (Spiral Dynamics)
Bedürfnisstufen nach Abraham Maslow
Wer sich wundert, dass er/sie immer wieder "zum Wolf wird" (d.h. völlig in die Abwertung des Gegenübers zurückfällt) kann sich selbst, natürlich liebevoll, daran erinnern, dass es in der Gewaltfreien Kommunikation mindestens drei Lernstufen gibt:
1. Basis-Kenntnisse
Verständnis der ersten vier Schlüsselunterscheidungen (Beobachtung - Bewertung, Gefühl - Gedanke etc.), Ziel der Gewaltfreien Kommunikation u.a.
2. Fähigkeiten
Selbst-Empathie, Identifizierung - Differenzierung von Gefühlen/Gedanken, Empathie in andere u.a.
3. Fähigkeiten-Set
Verständnis herstellen und Verstanden werden, Schleife der Kommunikation - "Tanz von Ehrlichkeit und Empathie" ("Giraffentanz") u.a., Transformation von Gefühlen
Darüber hinaus gibt es die komplexe Anwendung all dieser Fähigkeiten und Kenntnisse in speziellen Beratungssituationen, d.h. es gibt Multiple-Fähigkeiten-Sets wie Mediation, Coaching, Training etc.
So wie niemand erwartet, dass man in einer Fremdsprache sofort grammatisch korrekte Sätze spricht, so sollte niemand von sich (oder anderen) erhoffen, die typischen Lernstufen in der Gewaltfreien Kommunikation zu überspringen
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Markus Sikor
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4.1.08
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23.11.07
Online-Test: Wie fair ist Ihr Unternehmen?
Die QETcert OHG aus Erlangen bietet unter www.wir-sind-fair.de einen kostenfreien Fairness Check für Mitarbeiter und Unternehmer an.
Wir sind fair! Die Kampagne für mehr Unternehmenskultur.
Nette Marketingidee - mal sehen, was dann daraus wird... wie wär´s wenn man das Ergebnis öffentlich einsehen und diskutieren könnte. Nicht um mit dem Zeigefinger auf die "schwarzen Schafe" zu zeigen, sondern um einen positiven Veränderungsimpuls zu liefern und vor allem, um von fairen Unternehmen zu lernen, wie man Gewinne macht, die nicht auf Kosten des menschlichen Umgangs gehen.
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Markus Sikor
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23.11.07
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25.10.07
Trägt Mediation zum sozialen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft bei?
Ein Beitrag zum Blog-Karneval Mediation von Kirstin Nickelsen.
Als Mediator möchte ich, wie sicher viele meiner KollegInnen auch, etwas zu einer positiven Veränderung in dieser Welt beitragen. Daher beschäftigt mich seit vielen Jahren die Frage, ob und wenn ja, in welchem Ausmaß Mediation zum sozialen Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft beiträgt?
Im Laufe der Zeit und nach vielen positiven, aber auch einigen ernüchternden Erfahrungen hat sich meine Antwort auf diese Frage von einem begeisterten "Ja!" zu einem vorsichtigeren "Manchmal!" gewandelt. Etwas provokativer (und beunruhigender) könnte ich mich auch fragen: Wann macht meine Arbeit als Mediator eigentlich Sinn?
Sozialer Wandel: Vom Dominanz- zum Partnerschafts-Paradigma
Grundsätzlich, ohne hier ins Detail zu gehen, meine ich mit sozialem Wandel den Übergang von einem dominanzorientierten zu einem partnerschaftlichen Umgang -in Familien, Schulen, Organisationen, Unternehmen, in der Gesellschaft als Ganzes.
Dominanzsysteme zeichnen sich aus durch "Macht-über-Menschen", sie betonen Pflicht, motivieren mit Strafe und Belohnung, zeichnen sich durch Macht-Hierarchien, Status und Konformität aus; Partnerschaftssysteme dagegen sind durch "Macht-mit-Menschen" gekennzeichnet, sie betonen Kommunikation, funktionelle Hierarchien, motivieren durch intrinsische Motive, betonen Authentizität und Individualität. Bahnbrechend sind hier sind die Arbeiten von Riane Eisler, Alfie Kohn, David Korten, Marshall Rosenberg u.a. Diese kleine Übersicht zeigt, ohne annähernd vollständig zu sein, einige Unterschiede von partnerschaftlich versus dominanzorientierten Systemen.
Die Frage ist also, inwieweit Mediation zur Weiterentwicklung und Veränderung dominanzorientierter Strukturen beiträgt?
Translative und transformative Mediation
Der Philosoph Ken Wilber hat darauf aufmerksam gemacht, dass man bei der Frage nach Entwicklung und Veränderung von Strukturen einen grundsätzlichen Unterschied zwischen Transformation und Translation machen muss.
Transformation meint den substantiellen Übergang von einer Entwicklungsstufe zur nächsten (also z.B. vom Dominanz- zum Partnerschaftsparadigma). Translation dagegen meint eine anpassende Veränderung auf der jeweiligen Entwicklungsstufe, um mit den Gegebenheiten besser zurecht zu kommen. Während Transformation eher herausfordert, in Frage stellt und zu Wachstum führt, beruhigt Translation, läßt die Beteiligten sich wieder besser fühlen und funktionieren.
Mediation kann zur Transformation beizutragen
Das Win-Win-Paradigma der Mediation kann durch den Machtausgleich zwischen den Konfliktbeteiligten durchaus zu einem wachsenden, partnerschaftlichem Bewußtsein beitragen. Die Mediation hebt die dominanzorientierte Machthierarchie zeitweise auf (nicht aber die funktionale, partnerschaftliche Hierarchie). Ein Vorgesetzter bleibt auch in einer Mediation funktional verantwortlich, gleichzeitig kann er sich in der Argumentation nicht auf Status, Privilegien oder Einschüchterung zurückziehen. Durch eine erfolgreiche Mediation können dominanzbetonte Führungskräfte erleben, dass Effektivität und Menschlichkeit kein Widerspruch sein muss.
Mediation in der Praxis wirkt meist translativ
Allerdings ist die Gefahr groß, dass Mediation in den meisten Fällen eher der Translation als der Transformation dient - dem besseren Funktionieren der Struktur bzw. Organisation ohne das grundlegenden Dominanz-Denken zu verändern. Konflikte werden gelöst, ohne die konfliktfördernden Ursachen zu benennen, geschweige denn zu beseitigen. Dies ist ungefähr so, um ein Bild zu nutzen, wie wenn man von der überkochenden Milch immer wieder den Schaum abschöpft, ohne jemals daran zu denken, die Heizplatte kleiner zu drehen.
Transformative Mediation hieße, Auftraggebern und Konfliktparteien (vor, nach und während einer Mediation) behutsam aber hartnäckig bewußt zu machen, dass sie in einem Dominanzsystem arbeiten und viele Konflikt systembedingte Symptome sind, die immer wieder auftreten werden, solange nicht die grundlegenden Entscheidungs- und Funktionsstrukturen angepasst werden.
Wann Transformation, wann Translation?
Es ist für Klienten eine frustrierende Erfahrung, dass auch nach einer erfolgreichen Mediation die gleichen Spannungen und Konfliktthemen wieder auftauchen. Ein typisches und häufiges Beispiel in Organisationen ist Mobbing, dass, wenn grundlegende Führungs- und Organisationsdefizite nicht beseitigt werden, auch nach einer erfolgreichen Mediation regelmäßig wieder auftreten wird. Dies ist ein typisches Sypmtome dafür, dass die Mediation nur translativ wirkte und die notwendige Transformation des Systems noch aussteht.
Translation hat ihre Berechtigung - ich möchte nicht so verstanden werden, dass ich translative Mediation für überflüssig oder gar schlecht halte. Sie dient dem psychischen und seelischen Wohlbefinden der Beteiligten und ist daher absolut notwendig und hilfreich. Es ist jedoch genauso notwendig, dass Mediator- und KonflikttrainerInnen sich des grundsätzlichen Unterschieds zwischen transformativen und translativen Veränderungen bewußt sind, um ihren Klienten die angemessene Unterstützung anbieten zu können.
Sonst besteht die Gefahr, dass durch eine Mediation oder andere Beratungsansätze mit translativer Wirkung die ungesunden, konflikt- und gewaltfördernden Strukturen in Familien, Organisation und Unternehmen erhalten bleiben - zum Nachteil aller Beteiligten.
Markus Sikor
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Markus Sikor
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25.10.07
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22.9.07
Zurück aus Palästina... Lessons learned

Seit wenigen Tagen bin ich nun zurück aus Palästina und habe mich halbwegs wieder erholt - der wunderschöne Herbst ist dabei eine gute Hilfe, er hilft mir bei der Reflektion und dem Wiederauftanken.
Für mich gibt es einige Lektionen aus diesem und anderen Auslandstrainings, die vielleicht auch für andere TrainerInnen interessant sind:
- Trainings im Ausland sind (wesentlich) anstrengender
Je fremder die Kultur, desto mehr. Fremde Umgebung, unbekannte Sprache (verbal und nonverbal), neue soziale Regeln bis hin zum Essen - all dies kann je nach Verfassung leichten bis heftigen Stress verursachen. Eine gute Vorbereitung kann die Auswirkungen des Kulturschocks etwas lindern. Ich persönlich brauche eine Möglichkeit, mich zurückzuziehen; halbwegs gewohnte Verpflegung und Essenszeiten (wer einmal zwei Tage lang mit Magenkrämpfen und Durchfall ein Seminar geleitet hat, weiß was ich meine) - all dies läßt sich vorher mit den Organisatoren klären bzw. vor Ort meist ohne große Umstände anpassen. - Mentale Vorbereitung ist hilfreich
Ein Training in Gewaltfreier Kommunikation ist vor allen Dingen eine Arbeit mit und an mentalen Weltbildern. In Palästina waren wir oft konfrontiert mit BLAUEM religiös-dogmatischem Denken ("Es steht in der Bibel", "Gott hat uns gelehrt"). Es wäre auf subtile Weise gewalttätig, wenn wir nun daherkommen, und diese Weltsicht relativieren wollten. Auf der anderen Seite ist das Aufeinanderprallen der christlich bzw. islamistisch dogmatischen Denkweise ein ständiger Konfliktherd, der nur durch eine Erweiterung (nicht Auflösung) der Weltsicht hin zu einer gegenseitigen Anerkennung gelöst werden kann. Mit diesen Spannungsfeldern empathisch umzugehen kann man sich erleichtern z.B. durch Lektüre über die typischen Konfliktfelder, "innere Rollenspiele" etc.. Als "mentale Landkarte" für derartige Empathieübungen ist die Kombinantion von Gewaltfreier Kommunikation und Spiral Dynamics sehr hilfreich. - Trainings haben Breiten- oder Tiefenwirkung
Präsentationen und Trainings können entweder viele Menschen erreichen (Breitenwirkung) oder wenige Menschen auf tieferer Ebene transformieren (Tiefenwirkung). Tiefenwirkung braucht mehr Zeit, Breitenwirkung mehr Publikum. Beides ist wichtig und man muss für sich herausfinden, was einem lieber ist. Ich mag beides, wenn es gut vorbereitet ist. In Palästina hatten wir sehr viele Seminare und nur dadurch nur wenig Zeit für (relativ) wenige Teilnehmer (zwischen 6-25). D.h. die Breitenwirkung war gering, die Tiefenwirkung auch. Dies war auch bedingt durch die Vorgaben der Organisation, aber wir hätten dies durch klarere Kommunikation beeinflussen können. - Empathie geben oder Empathie lernen...
Natürlich sind die Herzen vieler Menschen in Palästina voller Schmerz und Leid - und sobald sie etwas Vertrauen gefasst haben, kommen die Geschichten. Einen Nachmittags haben wir mit Studenten anhand einer Videoaufnahme einer Demonstration gegen die "Sicherheitsmauer" bei Bethlehem zu dem Thema "Gewaltfreiheit" gearbeitet. Sofort kamen die Erzählungen, über die Unterdrückung, Gewalterfahrungen etc. So war unsere wichtigste Aufgabe im Seminar oft einfach nur empathisch zuzuhören.
Auf der anderen Seite glaube ich, dass es hilfreicher für die Menschen wäre, wenn sie lernen würden, sich untereinander empathisch (statt sympathisch) zuzuhören. Dieser Prozess läßt sich aber nicht umdrehen oder beschleunigen, Menschen in dieser Situation brauchen erst Empathie bevor sie etwas Neues dazu lernen können. - Die eigene Verzweiflung ernst nehmen und bearbeiten
Ich bin in Palästina recht schnell mit meiner eigenen Verzweiflung in Kontakt gekommen -über das was sich Menschen gegeneitig antun, über die scheinbare Ausweglosigkeit aus einem Teufelskreis von Gewalt und Rache, über die meiner Meinung nach unsägliche Rolle der Religionen in diesem Konflikt, aber auch über die Begrenztheit und Nichtigkeit meines eigenen Beitrags zur Veränderung.
Diese Verzweiflung nicht wegzuschieben, sondern ernst zu nehmen und konstruktiv zu bearbeiten habe ich erst im Laufe der Zeit gelernt. Der körperliche Schmerz und die Tränen, die dabei hochkommen haben etwas Reinigendes und Entlastendes, manchmal habe ich den Eindruck, ich weine dabei für viele Menschen in Palästina mit. Und das Schöne ist, unter diesen Tränen finde ich immer wieder meine Sehnsucht nach einem Sinn hinter all dem und in meinem Leben.
Herzliche Grüße
Markus Sikor
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Markus Sikor
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22.9.07
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25.6.07
Spiral Dynamics - endlich auf Deutsch erhältlich

Das Grundlagenwerk zu Spiral Dynamics ist bald auch auf Deutsch erhältlich.
Der Verlag Kamphausen bringt das Buch von Beck/Cowan in der Reihe "Inspire" heraus und man erhält es bei Bestellung bis 15.7. zum Subskriptionspreis von Euro 30,-.
Hier zu bestellen.
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Markus Sikor
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25.6.07
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12.5.07
Spiral Dynamics - Anwendungsbeispiel Ost - Westdeutschland

Eine Anwendung der Spiral Dynamics auf die Ost-West-Integration in Deutschland findet sich im Artikel „Quo vadis, Deutschland? - Eine Perspektive für erweitere Denk- und Handlungsräume“ von Dorothea Zimmer und Don E. Beck (What is Enlightenment?, Herbst 2005)
Der komplette und mit Grafik angereicherte Artikel findet sich hier bei Landsiedel-Seminare.
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Markus Sikor
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12.5.07
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19.1.07
BLAUE, ORANGE oder GRÜNE Mediation?
Viele frisch ausgebildete MediatorInnen sind erst mal enttäuscht, wenn sie feststellen, dass die Klienten nicht in ihr Büro stürmen sobald sie das Praxisschild neben die Haustür gehängt haben. Da helfen auch ausgefeilte Marketingmaßnahmen nicht unbedingt weiter(wie sie z.B. Frau Deutschman in ihrem Ratgeber "Mediation: Existenzgründung, Marketing, Kundengewinnung" beschreibt).
Letztes Jahr habe ich erlebt wie - welch Ironie - eine Mediatorin in einer schwierigen Vertragsverhandlung mit einer anderen Mediatorin stand. Was passierte wohl, als die Gespräch schwieriger wurden? Die eine Mediatorin begann per Anwaltsschreiben und Androhung von Regressansprüchen ihre Kollegin unter Druck zu setzen, welche dann aus Angst auch eine Anwältin in Anspruch nahm.
Wenn selbst ausgebildete Konfliktarbeiter unter Stress nicht auf das Mittel der Mediation zurückgreifen, wie groß wird dann wohl die Motivation beim "Mann/Frau von der Straße" sein?
Das Entwicklungsmodell Spiral Dynamik hilft uns, diese Phänomene zu verstehen und damit als MediatorInnen sinnvoll umzugehen.
Menschen handeln in Konflikten überwiegend von ihrem moralisch/ethischen Schwerpunkt aus. Nach den Studien der Psychologen Graves und Beck kann man davon ausgehen, das in Industrieländern ca. 70-80% nach folgenden Prinzipien denken und handeln:
- "Es muss höhere Ordnung und Gerechtigkeit geben - und Gerichte sind dazu da, dies zu entscheiden und durchzusetzen". (BLAU im System von Spiral Dynamics)
- "Es gibt keine höhere Ordnung. Recht ist eine subjektive Auslegungssache. Ich nutze das Rechtssystem, weil es mir Vorteile verschafft." (ORANGE im System von Spiral Dynamics)
Nur maximal 10-15 % der Bevölkerung sind laut Beck auf einer ethisch/moralischen Entwicklungsstufe (Sozial/Parnterschaftlich/Sensitiv - GRÜN oder Integrativ/Holistisch - GELB oder höher) die aus sich heraus (!) zuerst an Mediation denken würden, wenn sie in einem Konflikt stecken!
Diese Zielgruppe wird also typischerweise in den Flyern und anderen Marketingmaßnahmen angesprochen, in denen MediatorInnen ihre Dienste anpreisen. Der größte Teil der Werbemaßnahmen im Bereich Mediation geht also an der Mehrheit der Menschen schlicht vorbei, weil die Vorteile der Mediation in deren Weltbild (BLAU oder ORANGE) gar nicht vorkommen. Diese Mehrheit mag sich im besten Falle im Konflikt daran erinnern, dass es "da doch noch so was Psychologisches gab, wie man Konflikte auch lösen kann", aber sie entscheidet sich dann eben doch für die "sichere Seite" - ihren Anwalt.
Was also tun, wenn man von den Möglichkeiten der Mediation begeistert ist - und damit aber auf einem Markt bestehen muss, der relativ "eng" ist?
Hier ein paar Ideen dazu aus meiner 10-jährigen Praxis:
Die Tatsache, dass Mediation eine recht hohe Entwicklungsstufe bei der Konfliktklärung darstellt, heißt ja nicht, dass sie den anderen Stufen nichts anzubieten hätten - ganz im Gegenteil: Hier liegt aus meiner Sicht das große Potential für ganzheitlich ausgebildete MediatorInnen.
Ken Wilber beschreibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Strategien, mit den Gegebenheiten umzugehen. Zum einen kann man Menschen dabei unterstützen, auf ihrer jeweiligen Stufe "gesund" zu werden bzw. zu bleiben (translativer Ansatz).
Oder Sie entscheiden sich, die Menschen auf der jeweiligen Ebene "abzuholen", und ihnen dann zu einer "weiteren Sichtweise" zu verhelfen (transformativer Ansatz).
Und, by the way, mit beiden Ansätzen können Sie ihren Lebensunterhalt verdienen, keine Sorge ;o)
Translativer Ansatz
Mir gefällt der Satz des Psychologen Clare Graves: "Menschen haben, verdammt noch mal, das Recht so zu bleiben wie sie sind." Ein translativer Ansatz respektiert Menschen, wie immer sie auch sind und möchte "nur" dafür sorgen, dass sie in diesem "So-Sein" gesund und glücklich sind.
In der Praxis könnte das heißen, dass Sie BLAUE Klienten nicht davon zu überzeugen suchen, dass Mediation "besser" sei (weil Sie das im übrigen auch gar nicht wissen können!). Sie würden eher eine unterstützende Begleitung anbieten, um entweder die Gerichtsverhandlung emotional vorzubereiten und/oder die Folgen eines Rechtsstreits zu verarbeiten.
Mit ORANGENEN Erfolgsmenschen werden Sie genau klären, was "Gewinnen" heißen soll, was die Kosten / Erträge eines bestimmten Konfliktausgangs sind etc. Vielleicht ergibt sich daraus dann eine Mediation, vielleicht aber auch eine Einzelberatung etc.
Der translative Ansatz umfasst also alle Arten der Unterstützung, der Menschen "läßt wie sie sind", und sie dabei unterstützt, sich auf dieser Stufe wohler, gesünder, glücklicher zu fühlen.
Transformativer Ansatz
Spiral Dynamics geht davon aus, dass im Menschen alle Entwicklungsebenen angelegt und ansprechbar sind. Daher besteht in der Mediation auch eine echte Chance, dass Menschen einen "kleinen Sprung" in ihrer ethischen Entwicklung machen, wenn sie erleben, dass Konflikte tatsächlich besser gelöst werden können als durch einen Gerichtsstreit.
Allerdings dürfen wir uns da nicht allzu großen Hoffnungen hingeben. Ken Wilber geht davon aus, dass jeder größere "Entwicklungssprung" beim Menschen mehrere Jahre benötigt (er spricht meist von 5 Jahren). Dennoch kann eine erfolgreiche Mediation ein absoluter "Augenöffner" sein für einen BLAUEN Gerechtigkeitsfundamentalisten oder einen ORANGENEN Siegertypen.
Im allgemeinen ist eine Mediation aber sicher eine zu kurze Intervention, um eine echte Transformation zu unterstützen. Für diesen Bereich bieten sich eher Angebote wie längere Einzelberatungen, Coaching oder Seminare (Jahresgruppen) an. Auf jeden Fall haben MediatorInnen hier vielen Menschen etwas sehr Wichtiges anzubieten. Denn meist spüren sowohl BLAU als auch ORANGE, dass es "mehr" geben muss, als "Recht zu bekommen" oder "zu gewinnen". Wenn wir diese Sehnsucht nähren und erfüllen, dann geben können wir ihnen wichtige Impulse geben auf ihrem Weg zu mehr Mitgefühl, Menschlichkeit und Ganzheit.
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Markus Sikor
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19.12.06
Bedürfnisse - integral betrachtet
Die integrale Denkweise zeigt uns, dass wir alles von mindestens 4 Perspektiven aus betrachten können - als Individuuum und Kollektiv, Innen und Außen. Üblicherweise wird dies in einem 4-Quadranten-Modell dargestellt (s. Abbildung, nach Ken Wilber).
Quadrant I: oben-links (OL): Individuell-Innen
Quadrant II, oben-rechts (OR), Individuell-Außen
Quadrant III, unten-links (UL), Kollektiv-Innen
Quadrant IV, unten-rechts (UR), Kollektiv-Außen
Auf den Menschen bezogen kann man sagen, dass die Quadranten folgendes darstellen:
Quadrant I, OL: Emotionen, Gefühle, Bedürfnisse, Gedanken ("Ich-Sicht")
Quadrant II, OR: Körper, Hormone, Verhalten ("Es-Sicht")
Quadrant III, UL: Werte, Ethik, Kultur ("Wir-Sicht")
Quadrant IV, UR: Strukturen, Institutionen ("Es-Sicht" kollektiv)
Mit diesem "4-Quadranten-Modell" können wir Bedürfnisse integral beschreiben und verstehen.
Zum einen ist die integrale Grundaussage wichtig, dass keiner der 4 Quadranten vollständig durch einen der anderen beschrieben oder auf diesen reduziert werden kann. Die subjektive "Innensicht" eines Menschen, seine Gedanken und Gefühle (Quadrant OL) können nicht durch die elektrischen Signale seines Gehirns (Quadrant OR) verstanden werden.
D.h. Bedürfnisse sind durch äußere Prozesse nachweisbar (Hormone, EEG), sie können aber nur im Dialog mit dem Menschen, d.h. im Dialog mit dessen Inneren sinnvoll verstanden werden. Während es im Äußeren um "Wahrheit" geht (nachweisbar durch wissenschaftliche Methoden) geht es im Inneren um "Stimmigkeit".
Daher führt auch die Frage, ob ein Bedürfnis nun ein echtes Bedürfnis ist, am eigentlichen Kern vorbei. Es geht eher darum, ob das Bedürfnis (oder das Wort, das dafür benutzt wird) von den beteiligten Personen als "stimmig" erachtet wird. Interessanterweise haben wir in der Gewaltfreien Kommunikationdie Unterscheidung "Bedürfnis - Strategie", die ziemlich genau der Unterscheidung Innen - Außen der Integralen Theorie entspricht. Hierbei geht es also um die Klarheit, ob das Bedürfnis als im Inneren als stimmig erachtet wird, ober noch mit "Äußerem" (Strategien) verknüpft wird.
Solange ein Bedürfnis mit Strategien vermischt ist, d.h. gedanklich an äußere Vorstellungen zur Erfüllung des Bedürfnisses gebunden ist, solange ist die Person nicht ganz im "Inneren" angelangt und das Bedürfnis wird wahrscheinlich nicht stimmig formuliert.
Zum weiteren zeigt uns die Integrale Theorie, dass sich alle 4 Quadranten gegenseitig beeinflussen und nicht unabhängig voneinander erklären oder verstehen lassen. Das Individuum beeinflußt das Kollektiv, das Kollektiv beeinflusst das Individuum. Vor diesem Hintergrund muss man nun auch Bedürfnisse betrachten. Obwohl Bedürfnisse auf einer sehr tiefen Ebene durch körperliche Prozesse innerlich gespürt werden (Quadrant OL), so ist der Prozess der Verbalisierung ein stark kulturell beeinflußter Prozess (Quadrant UL).
Die Begriffe, die wir für Bedürfnisse verwenden, sind uns durch unsere Kultur gegeben - darüber können wir nicht individuell entscheiden.
Auch die gemeinschaftlichen Werte haben natürlich Einfluss darauf, welche Bedürfnisse wir in uns "entdecken". Diese sind zwar potentiell in allen Menschen gleich angelegt, aber eine Kultur in der nur die Gruppe zählt, wird das Bedürfnis nach "Selbstverwirklichung" auf Unverständnis stoßen.
Darüber hinaus hat auch der Quadrant Unten-Rechts, also die äußere Struktur, die wirtschaftlichen Produktionsbedingungen, die "Umwelt" usw. erheblichen Einfluss auf die individuellen Bedürfnisse. So hat das Bedürfnis nach körperlicher Sicherheit z.B. für jemanden, der als Sklave zur Zeit der Sklavenhaltung lebte einen völlig anderen Stellenwert als für Menschen in der modernen Industriezeit.
Literaturhinweise: Ken Wilber, "Eine kurze Geschichte des Kosmos",
"Einfach Das", "Eros, Kosmos, Logos"
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Markus Sikor
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19.12.06
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16.12.06
GRÜNE Mediation für ROTE Gangs? Die Werte-Spirale von Spiral Dynamics
Eine gute Online-Einführung gibt es bspw. hier.
Auch wenn Spiral Dynamics (SD oder die vertiefte Variante Spiral Dynamics Integral SDI) ein neues "Schubladensystem" für die Kategorisierung von Menschen und Systemen bietet (mit allen damit verbundenen Gefahren), möchte ich hier explizit dafür werben. Denn jede Diskussion wird innerhalb eines bestimmten Denkrahmens, eines "Frames" geführt. Auch und gerade die Gewaltfreie Kommunikation hat einen Werterahmen (z.B. die Unterscheidung von "lebensdienlichen / lebensfeindlichen Bewertungen") und einen hohen humanistischen Anspruch. Mir graust immer, wenn ich GFK-Begeisterte (und selbst GFK-TrainerInnen) höre, die behaupten, sie bewerten nicht mehr, das Ziel der GFK sei "nicht zu bewerten" oder jede Bewertung sei schlecht (außer diese Bewertung selbst natürlich ;o).
Mir hat SD sehr geholfen, z.B. die Errungenschaften und Fallstricke eines "gewaltfreien Wertesystems" (Gewaltfreie Kommunikation) klarer zu sehen, oder auch offener und empathischer mit Menschen und Systemen umzugehen, mit deren Wertesystemen ich so meine Schwierigkeiten hatte.
SD macht es leichter, die Schwierigkeiten zu sehen, wenn man mit einem PURPURNEN ("die Gruppe ist alles") Clan über Individualität sprechen möchte oder eine ROTEN ("der Starke siegt") Jugendgang für soziales Verhalten zu begeistern oder BLAUE ("autoritätsgläubigen") Religionsanhänger von der Gültigkeit anderer Religionen überzeugen möchte oder mit GELBEN ("egozentrisch, leistungsorientert") Yuppies über globalen Umweltschutz diskutiert oder eine GRÜNE ("egalitäre, "hierarchiefreie")Arbeitsgruppe vom Wert funktioneller Führung überzeugen will.
Als Trainer- und MediatorInnen, die wir meist eine starke GRÜN / GELBE Werte-Orientiertung vertreten, haben wir ständig mit den unterschiedlichsten Wertesystemen zu tun. Die Fähigkeit, sich schnell auf diese eizustellen und gleichzeitig das Entwicklungspotential nicht aus den Augen zu verlieren, ist oft entscheidend für den Erfolg einer Beratung oder Mediation. So sind auch ROTE Jugendlich bereit, ihre kompromisslose Kampfeshaltung für etwas mehr BLAUE Gerechtigkeit aufzugeben, wenn sie dadurch nicht ihr Gesicht verlieren. Allerdings wäre ein Sprung in das selbstverantwortliche und -bewußte GELB wahrscheinlich zu viel verlangt.
Gerade im Zusammenklang mit dem Verständnis der Gewaltfreien Kommunikation ist die SD-Systematik sehr hilfreich um als Trainer auf der passenden Stufe zu intervenieren. Vor allem wenn man die SD mit dem AQAL-Modell (alle Quadranten, alle Linien von Wilber) kombiniert (Spiral Dynamics Integral). Dazu später mehr...
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Markus Sikor
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16.12.06
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5.12.06
Integrales Denken und Spiral Dynamics
Das integrale Denken ist meines Erachtens der nächste Schritt für alle, die sich mit Mediation und/oder Gewaltfreier Kommunikation ernsthaft beschäftigen.
Aus der integralen Philosophie kommen wesentliche Einsichten, um die Mediation / Gewaltfreie Kommunikation sowohl in die soziale Evolution einzuordnen als auch sie sinnvoll weiterzuentwickeln.
So stellt z.B. das Menschenbild der Gewaltfreien Kommunikation eine sehr hohe Stufe der ethischen Entwicklung dar. Auch wenn wir vorsichtig mit "Bewertungen" sind (was per se schon eine ist), so stellt doch die weltzentrische Weltsicht ("wir möchten die Bedürfnisse aller Menschen respektieren") eine umfassendere Haltung dar, als bspw. die Meinung dass nur die Menschen eines Landes, einer Hautfarbe, einer Religion etc. zählen. Wenn wir also mit Menschen zu tun haben, die eine derartige Weltsicht vertreten (die nicht "schlecht" ist, sondern nur weniger umfassend), dann ist es entscheidend, ob und wie wir uns in diese Welt eindenken und empathisch verbinden können.
Derartige Einsichten, die sich z.B. aus der "Spiral Dynamics" (Don Beck) und den "4 Quadranten" (Ken Wilber) ergeben, sind direkt nutzbar und können die Arbeit mit der Gewaltfreien Kommunikation wesentlich bereichern.
Literatur von Ken Wilber und Don Beck
Hier ein paar Links für den Einstieg:
Integral Insitute (USA): http://in.integralinstitute.org/
Integrales Forum (Dtld.): http://www.ak-kenwilber.org/index_forum_cms.html
Integrales Denken kurz erklärt: http://www.ak-kenwilber.org/web/home/integrales_forum_wilber_ess.html
Spiral Dynamics Integral: http://spiraldynamics.net/index.shtml
Spiral Dynamics kurz erklärt: http://www.wie.org/spiral/
Eingestellt von
Markus Sikor
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5.12.06
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